EKD Editorial

Wir laden herzlich ein:

Samstag, 24. Juni, 15:00 Uhr
Vergiss-mein-nicht-Gottesdienst
Sonntag, 25. Juni, 09:30 Uhr
Gottesdienst
Montag, 26. Juni, 09:00 Uhr
Gymnastik (1)
Montag, 26. Juni, 10:15 Uhr
Gymnastik (2)
Dienstag, 27. Juni, 09:30 Uhr
Miniclub
Mittwoch, 28. Juni, 19:30 Uhr
Kirchenvorstandssitzung
Sonntag, 02. Juli, 11:00 Uhr
Gottesdienst für alle Generationen
Fehler
  • Fehler beim Laden des Feeds

Besondere Akzente unserer Arbeit

Großen Wert legen wir auf das so genannte Freispiel. Unter Freispiel verstehen wir generell die Zeit, in der die Kinder nach eigenen Bedürfnissen entscheiden können, mit wem, wie lange, wo und was sie spielen möchten. Diese Zeitspanne erstreckt sich von der Öffnung des Kindergartens (7.30 Uhr) bis zum Stuhlkreis (ca. 11 Uhr). Allein die Zeit, die wir für das Freispiel beanspruchen, zeigt, wie hoch der pädagogische Stellenwert ist.

In dieser Zeit können die Kinder ihre eigenen Vorstellungen und Phantasien ausleben und sich gegenseitig Anregungen geben. Das Rollenspiel bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu verarbeiten. Während des Freispiels findet die „gleitende Brotzeit“ statt, das heißt, unser runder Brotzeittisch steht den Kindern in dieser Zeit zum BrotzeitMachen zur Verfügung. Im Laufe des Vormittags können sie eigenständig entscheiden, wann und mit wem sie Brotzeit machen wollen. Das angebotene Spiel- und Bastelmaterial steht den Kindern zur freien Verfügung und soll sie zur Nachahmung und Weiterentwicklung vorangegangener Angebote motivieren. Das Sozialverhalten spielt im „freien Spiel“ eine große Rolle, da die Kinder dort lernen, offen aufeinander zuzugehen, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften aufzubauen. Für uns ist es wichtig, dass die Kinder auch einmal ohne Aufsicht spielen können (z. B. in Malzimmer, Gang oder Garderobe). Dies ist jedoch nur möglich, wenn klar definierte Grenzen und Regeln vorgegeben werden: „Der eigene Freiraum endet, wo der des Anderen beginnt“ (Maria Montessori). Generell können viele unserer Zielvorstellungen im Freispiel gefördert werden, wie z. B. auch die Sprechfertigkeit. Die Kinder lernen im Frei- und Rollenspiel, sich sprachlich auseinanderzusetzen. Sie diskutieren, lösen Konflikte, ahmen Mutter, Vater, Geschwister, Erzieher nach und setzen sich mit dem Gegenüber direkt auseinander. Grundlegend ist es, das „Nein“ der Kinder untereinander und uns gegenüber zu akzeptieren. Während der Freispielzeit haben wir die Gelegenheit, die Kinder unbemerkt zu beobachten, und können so erkennen, auf welchem Entwicklungsstand sie sich gerade befinden. Diese Beobachtungen sind unter anderem die Grundlage für unsere Elterngespräche. In regelmäßigen Abständen werden die Kinder während des Freispieles in die Auswahl der Brettspiele mit einbezogen. So werden die Spiele für die Kinder wieder interessanter und es entsteht kein Überangebot. Qualität vor Quantität! Deshalb achten wir schon beim Einkauf auf qualitativ hochwertiges Spielzeug.

Die religiöse Erziehung spielt bei uns eine wichtige Rolle. Schon früh versuchen wir auf spielerische Art und Weise, den unvoreingenommenen Kindern Gott näher zu bringen, um somit den Grundstein für einen lebendigen Glauben und eine spätere eigenständige Entscheidung für christliche Grundwerte zu legen. Durch die Mitgestaltung von Gottesdiensten entsteht bei den Kindern ein positives Gefühl von Zusammengehörigkeit zwischen Kindergarten und Gemeinde. In erster Linie findet religiöse Erziehung im alltäglichen Miteinander im Kindergarten statt. Wir versuchen den Kindern das Gefühl zu vermitteln: „Du bist ein wertvoller Mensch“. Diese Grundeinstellung ist die Basis für die weitere pädagogische Arbeit. In dem täglichen Dankgebet vor dem Mittagessen vermitteln wir den Kindern Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber alltäglichen Dingen, wie z. B. Lebensmittel. Den religiösen Jahreskreislauf bringen wir den Kindern durch die Mitgestaltung der Gottesdienste näher, z. B. bei Erntedank, St. Martin, am 1. Advent und dem Gemeindefestgottesdienst im Sommer. Pfarrerin Sabine Arzberger besucht die Kinder regelmäßig im Kindergarten und erzählt dabei anschaulich biblische Geschichten und stellt sich den oft sehr kritischen Fragen der Kinder.

In der Regel besuchen unsere Kinder die Einrichtung zwei bis drei Jahre (in Ausnahmefällen auch vier Jahre). Diese Zeit sehen wir generell als Vorbereitung auf die Schule. Das erste Jahr dient zur Eingewöhnung in die Gruppe, im zweiten Jahr wird das Erfahrene und Erlernte des ersten Jahres umgesetzt, und im letzten Jahr möchten wir den Kindern nochmals etwas Besonderes bieten, bevor sie uns verlassen und in die Schule gehen. Wir vertreten die Auffassung, dass jedes Kind einige Fertigkeiten erlernt haben sollte, die den Schuleintritt erheblich erleichtern. Der Schwerpunkt liegt aber auch hier im Sozialverhalten und in der emotionalen Stabilität. Daher versuchen wir gerade im letzten Jahr, den Kindern die Sicherheit zu vermitteln, selbstständig Konflikte lösen, offen auf andere Kinder zugehen und mit Frustrationen umgehen zu können. Weiterhin bieten wir den Kindern Angebote, um ihre kognitiven und motorischen Fertigkeiten zu fördern:

  • graphische Übungen (Mappe mit Übungsblättern, um die motorische Fertigkeit zu festigen)
  • Übungsmappe Dinosaurier (Zeichnung von Dinos und Vermittlung von Wissen)
  • Stuhlkreis nur für angehende Schulkinder (hier werden Angebote zu unserem Thema speziell für 5- bis 6-Jährige gemacht)
  • Sprach- und Konzentrationsübungen
  • spezielle Bastelangebote
  • anspruchsvollere Bücher
  • Basteln der eigenen Schultüte
  • Förderung des Zahlenverständnisses im Zahlraum bis 10
  • Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache

 

Da für uns aber die sozialen Fertigkeiten und die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein im Vordergrund stehen, haben wir folgendes Konzept für unsere „Schulkinder“ entwickelt: Im letzten Jahr, bevor die Kinder in die Schule kommen, dürfen sie unter bestimmten Regeln und Grenzen alleine in den Garten und die Turnhalle. Was auf den ersten Blick banal erscheint, birgt für die Kinder eine große Verantwortung und Chance. Sie erlernen unter einem Privileg und einem großen Vorschuss an Vertrauen, auf sich selbst und die anderen zu vertrauen. Sie bewegen sich selbstständig in einem sicheren Rahmen von Vertrautem und auch vorgegebenen Grenzen. In der Gruppe der Vorschulkinder entsteht ein ausgesprochenes Wir-Gefühl, auf dem sich viele andere Aktionen aufbauen lassen.

Einmal im Jahr findet für die angehenden Schulkinder eine Übernachtung im Kindergarten statt. In dieser Nacht machen viele Kinder die ersten Erfahrungen, wie es ist, ohne Mama und Papa zu schlafen. Deshalb möchten wir diese Übernachtung als unvergesslich schönes Projekt für die Kindern gestalten. Es beginnt mit dem gemeinsamen Abendessen und Eis-Essen in einer Eisdiele, einer Nachtwanderung in der Umgebung, einem Lagerfeuer, gemeinsamen Gute-Nacht-Geschichten und endet in einer meist recht kurzen, aber angenehmen Nacht. In der Frühe erwachen die Kinder mit einem Gefühl der Stärke und emotionaler Stabilität. Dies ist die eigentliche Probe für unseren dreitägigen Bauernhofaufenthalt.

Einige Wochen nach der Übernachtung folgt für die „Schulkinder“ ein zweitägiger Aufenthalt auf dem Bauernhof. Dort wird die positive Erfahrung noch einmal gefestigt und stärkt die Kinder in ihrer Persönlichkeit. Zum Ende des Kindergartenjahres hin besuchen wir mit unseren Vorschulkindern die umliegenden Grundschulen, um schon einmal vorab an einer Unterrichtsstunde teilnehmen zu können. Zudem bekommen wir Besuch vom Stadtteilpolizisten, der mit den Kindern den Schulweg abgeht. An unseren Aktionen ist zu erkennen, wie wichtig es uns ist, dass die Kinder motorisch und kognitiv gestärkt in die Schule gehen. Noch wichtiger erscheint uns jedoch die Stärkung der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens.

Da in der Regel mehrere Kinder aufgenommen werden, erfolgt die Aufnahme gestaffelt, d. h. wir nehmen pro Tag höchstens zwei Kinder auf, um uns ausschließlich auf diese konzentrieren zu können. Bei Geschwisterkindern erfolgt die Eingewöhnung recht unproblematisch, da sie bereits seit längerem mit der Einrichtung und den Erzieherinnen vertraut sind. Während der Eingewöhnung stellen wir uns ganz individuell auf Kind und Eltern ein. Einige Kinder gewöhnen sich recht schnell und unkompliziert ein, andere wiederum lösen sich nur schwer von Mama und Papa. Unsere Aufgabe sehen wir darin, Eltern und Kindern in dieser Zeit Hilfestellung zu geben, um die Loslösung zu erleichtern. Über die Verweildauer und Abholzeit des Kindes entscheiden wir individuell mit den Eltern. Die pädagogische Planung des Kindergartens richtet sich in den ersten Wochen ganz und gar nach unseren neuen Kindern, z. B. Kennenlernspiele, Bilderbücher zu diesem Thema, Rollenspiele, einfache Lieder etc. Auch die Altersstruktur unseres Kindergartens (3-6 Jahre alte Kinder) erleichtert den Kindern die Eingewöhnung ungemein. Die Kleinen lernen unbewusst durch die Vorbildfunktion der Großen. Die größeren Kinder wiederum freuen sich, wenn sie schon Verantwortung übernehmen dürfen, z. B. neue Spiele zeigen, anziehen helfen etc.

Durch spezielle Schulungen unseres Teams und Förderung des Kindergartens durch öffentliche Spenden ist es uns möglich, das Programm „Faustlos“ mit unseren Kindern durchzuführen und zu leben. „Faustlos“ ist ein für den Kindergarten entwickeltes Curriculum, das impulsives und aggressives Verhalten von Kindern vermindern und ihre soziale und emotionale Kompetenz steigern soll. „Faustlos“ vermittelt grundlegende alters- und entwicklungsangemessene Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut. Dieses Programm wird von uns in den Kindergarten-Alltag integriert. Die einzelnen gezielten Aktionen im Stuhlkreis werden mit Hilfe von Körperübungen und Spielen, Liedern und Handpuppenspielen durchgeführt. Anschließend wird dort erfahrenes Verhalten im pädagogischen Alltag integriert und erprobt. Damit die Kinder „Faustlos“ auch zu Hause anwenden und vertiefen können, werden die Eltern regelmäßig über die Lektionsinhalte informiert. Kinder, die mit „Faustlos“ begleitet werden, sind sozial kompetenter und haben mehr Erfolg in der Schule.

Aufgrund der großen Nachfrage von Eltern und Kindern bieten wir in unserer Einrichtung die Fremdsprache Englisch an. Durch eine Weiterbildung von Frau Salinger sind wir in der glücklichen Lage, dieses Angebot ohne zusätzliche Kosten für die Eltern machen zu können. Englisch findet einmal wöchentlich (ca. 45 Minuten) in Kleingruppen statt. Wir arbeiten nach einem ausgefeilten Konzept mit CD, Handpuppen, Spielen und Übungsbüchern. Im Vordergrund steht dabei:

  • spannende, abwechslungsreiche und pädagogisch durchdachte Lerneinheiten
  • spielen, singen, sich bewegen
  • Englisch hören und sprechen
  • Sprechen in ganzen Sätzen von Anfang an
  • kreativer Umgang mit der Sprache
  • Lautspiele zur Entwicklung phonologischer Bewusstheit
  • Freude an Englisch, am Lernen und Sprechen
  • kindgemäße Alltagssituationen, so dass Ihr Kind sein Lebensumfeld sprachlich zu durchdringen lernt
  • Fantasie, Wahrnehmungs-, Merk- und Konzentrationsfähigkeit

 

Ein weiterer großer Vorteil der Vermittlung einer Fremdsprache durch eine Erzieherin aus dem eigenen Team ist die Möglichkeit der Umsetzung im pädagogischen Alltag des Kindergartens. Im Stuhlkreis, beim Mittagessen und beo den verschiedensten pädagogischen Angeboten haben wir die Möglichkeit, spontan bereits Erlerntes einzusetzen.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist in unserer Einrichtung ein weiterer großer Schwerpunkt. Die Eltern haben ein natürliches Interesse an der Entwicklung ihres Kindes und schenken uns großes Vertrauen, indem sie ihr Kind für einige Stunden in unsere Obhut geben. Wir freuen uns sehr über offene Anteilnahme, Interesse, Fragen, Engagement und Kritik. Unser oberstes Ziel der Elternarbeit ist es, unsere pädagogische Arbeit transparent zu machen. Wichtig ist uns auch ein regelmäßiger Austausch über den aktuellen Stand des Kindes. Gefestigt wird dies bei den täglichen so genannten Tür- und Angelgesprächen und in einem regelmäßigen Elterngespräch.